NRW-Landtag: Mehr jüngere Abgeordnete und weniger Frauen

Düsseldorf. Der neu gewählte nordrhein-westfälische Landtag, der am Mittwoch zu seiner ersten Sitzung zusammenkommt, ist jünger und männlicher geworden: Der Frauenanteil sank im Vergleich zum vorherigen Landtag von 31 auf 27 Prozent. Von den 181 Abgeordneten sind nur noch 49 Frauen. Bislang waren es 58 Frauen bei 187 Abgeordneten.

Der aktuelle Landtag ist im Durchschnitt jünger als der letzte. Die stärkste Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen macht gut ein Drittel (35 Prozent) aus, im letzten Landtag im März waren es noch 40 Prozent. Die jüngsten Abgeordnete sind die 23-jährige Grüne Verena Schäffer und ihr Parteikollege Matthias Bolte mit 24 Jahren.

Ältester im Parlament ist der 70-jährige CDU-Abgeordnete Bernhard Recker. Neben der stark vertretenen Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen mit 64 Abgeordneten sind auch vergleichsweise viele Parlamentarier zwischen 40 und 50 Jahre alt, nämlich 56 Politiker.

Die Partei mit den meisten Frauen im Düsseldorfer Parlament ist die SPD mit 19, für die CDU sitzen zehn Frauen im Landtag. Die höchste Frauenquote mit mehr als 50 Prozent haben jedoch die Grünen, die mit zwölf Frauen und elf Männern vertreten sind, und die Linkspartei, die sechs Frauen und fünf Männer stellt.

An Berufsgruppen sind am stärksten Juristen und Lehrer vertreten. Im Mittelfeld rangieren Erzieher, Sozialarbeiter und Angestellte. Das neue Landesparlament ist um sechs Plätze kleiner, weil es diesmal keine Überhangmandate gibt.

Insgesamt verfügen die Fraktionen von CDU und SPD jeweils über 67 Sitze, die Fraktion der Grünen hat 23, die FDP-Fraktion 13 und die Linke elf Sitze. Ausgeschieden sind 80 Abgeordnete, 71 sind neu im Landtag, drei weitere gehörten dem Landtag bereits früher einmal an.

Von der bisherigen Landesregierung sind unter anderen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Familienminister Armin Laschet und Sozialminister Karl-Josef Laumann (alle CDU) Mitglieder des neuen Landtags. Von der FDP sind Innenminister Ingo Wolf und Innovationsminister Andreas Pinkwart wieder vertreten.

Nicht wieder gewählt wurden unter anderen Schulministerin Barbara Sommer und Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (beide CDU). Die erste Sitzung des neu gewählten Parlaments am Mittwoch wird von der bisherigen Landtagspräsidentin Regina von Dinther (CDU) geleitet, obwohl sie im neuen Landtag nicht mehr als Abgeordnete vertreten ist.

Da bisher keine Vorschläge für die Wahl eines neuen Präsidenten und seiner Stellvertreter vorlägen, werde dieser Punkt nicht auf der Tagesordnung stehen, erklärte ein Landtagssprecher. Bis zur Wahl eines Nachfolge-Präsidiums führt das Präsidium der abgelaufenen 14. Wahlperiode die Geschäfte weiter. Van Dinther hatte ebenso wie der bisherige Erste Vizepräsident des Landtages, Edgar Moron (SPD), bei der Landtagswahl im Mai kein neues Mandat erhalten und ist somit kein Mitglied des neuen Landtags.

Auf der Tagesordnung der konstituierenden Sitzung steht auch die Wahl der nordrhein-westfälischen Delegierten für die Bundesversammlung, die am 30. Juni in Berlin den neuen Bundespräsidenten wählt. NRW wird voraussichtlich 133 Delegierte entsenden.

Vor der ersten Zusammenkunft des neuen Landtags laden die evangelische und katholische Kirche am Mittwoch um 12 Uhr zu einem Gottesdienst in der Düsseldorfer Johanneskirche ein. Neben den Abgeordneten sind dort auch alle interessierten Bürger willkommen.

Artikel der Aachener Zeitung, 8.6.2010. (c) AZ

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