So widersprichst Du dem Datenaustausch von WhatsApp und Facebook

Wieder einmal ist der Datenschutz bei WhatsApp in aller Munde. Nach der Übernahme durch Facebook war noch vereinbart worden, die Daten beider Dienste nicht auszutauschen, wurde vor zwei Wochen bekannt: Facebook will zukünftig auf einige Informationen der WhatsApp-Nutzer*innen zugreifen. Zunächst soll es einen Austausch der Telefonnummern der Nutzer*innen geben und Informationen darüber, wann sie/er WhatsApp nutzt. WhatsApp versichert aber, keine Daten über die verschickten Nachrichten an Facebook weiterzugeben.

Warum ist das mit der Telefonnummer ein Problem? Sie gehört zu den Daten, die uns relativ viel wert sind – deshalb geben wir sie ja auch normalerweise nicht einfach so weiter, nur weil jemand uns danach fragt, den wir nicht kennen. Die Telefonnummer macht es einfacher, Profile über uns zu bilden, denn sie ist – und zwar über mehrere Dienste eindeutig – nur einer Person zuzuordnen. Zugleich wird sie bei immer mehr Online-Diensten zur Authentifizierung benutzt. Es ist also auch eine Sicherheitsfrage, wer unsere Nummer hat.

Auch wenn es so aussehen mag: Niemand muss dieser neuen Datennutzung durch Facebook zustimmen. Wer vor dem 25.8. WhatsApp-Nutzer*in war, bekommt beim Start eine Info über die geänderten Nutzungsbedingungen angezeigt. Nicht reflexartig auf „zustimmen“ klicken, sondern auf „lies“ – es öffnet sich ein neuer Bildschirm, an dessen unterem Ende Du (je nach System) das Häkchen aus dem Kästchen entfernst oder den Schieberegler umstellst.

Und auch wenn Du schon zugestimmt hast, kannst Du noch der Nutzung widersprechen. Dafür hast Du nach der Zustimmung noch 30 Tage Zeit. Du gehst in der App auf „Einstellungen“ > „Account“ und deaktivierst dann „Meine Account-Info teilen“. Beide Widerspruchsmöglichkeiten bewirken allerdings nicht, dass die Daten nicht weitergegeben werden, sondern nur, dass sie nicht genutzt werden.

Übrigens: Viele Dienste wollen gerne auf Deine Adressbücher und Kontakte zugreifen. Überprüfe ab und zu, ob Du (versehentlich) dafür die Einwilligung gegeben hast. Bei Facebook geht das zum Beispiel hier. Und warum nicht auch diesen Datenaustausch zum Anlass nehmen, ganz von WhatsApp wegzugehen zu einem sicheren Messenger? Es gibt jedenfalls genug Argumente gegen WhatsApp.

Disclaimer: In dieser Kategorie findet Ihr Tipps zu Datenschutzthemen. Wenn dabei konkrete Dienste, Anwendungen oder Produkte empfohlen werden, geschieht dies immer nur vor dem Stand der Informationen, die zum Erscheinenszeitpunkt vorliegen.

 

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