Rede zur Fortführung von „it’s OWL“

Rede zum gemeinsamen Antrag „Beste Voraussetzungen für Industrie 4.0 in NRW – Spitzencluster „it’s OWL“ langfristig weiterentwickeln“ am 14.9.2016

Matthi Bolte (GRÜNE): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Ich finde, wir haben es heute schon ein Stück weit mit einem besonderen Antrag zu tun, mit einem Antrag, über den ich mich auch persönlich sehr freue als jemand, der das Spitzencluster wie auch viele andere Kolleginnen und Kollegen von Anfang an mit großem Interesse begleitet hat, der in den letzten Jahren viele Betriebe und Transferprojekte besucht hat und der auch weiß, was für ein Potenzial in meiner Heimatregion Ostwestfalen-Lippe steckt.

Wir haben diesen Antrag als Koalition sehr gerne eingebracht, auch weil wir wissen, dass die von uns getragene Landesregierung sich schon in den letzten Jahren an der Finanzierung von „it`s OWL“ beteiligt und auch an der inhaltlichen Weiterentwicklung des Spitzenclusters mitgewirkt hat.

Wir haben uns jetzt aber sehr gefreut, dass sich auch die Opposition an diesem Antrag mitbeteiligt, weil dies ein wichtiges Signal ist. Das Spitzencluster ist über alle politischen Grenzen hinweg anerkannt. Wir wollen ein starkes Signal der Gemeinsamkeit aussenden, dass wir hier gemeinsam hinter dem Cluster stehen und ihm Zukunftssicherheit geben wollen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Ostwestfalen-Lippe ist eine der Wachstumslokomotiven unseres Landes, die Region ist Heimat für zahlreiche Weltmarktführer aus der Nachbarschaft, nicht alle sind der breiten Öffentlichkeit bekannt. Das sind nicht allein die großen und bekannten Namen, die im Spitzencluster den Ton angeben, sondern eben auch viele kleinere Betriebe. Das ist auch sehr gut so, das ist meines Erachtens etwas, was dieses Spitzencluster inhaltlich sehr gut voranbringt und auch trägt. Darin liegt auch eine zentrale Kraft für unsere Region. Sie ist geprägt von gutaufgestellten und innovativen Strukturen und Betrieben. Das wird vom Cluster unterstützt, das wird vom Cluster vorangetrieben.

Wenn man sich dann aber mal auf der Hannover Messe zum Beispiel umschaut, mit welcher Power sich diese Player aus OWL dort und auch an vielen anderen Stellen gemeinsam präsentieren, der ist nicht nur von der Kraft, die dahinter steckt, beeindruckt, sondern auch von der Kraft, die aus einer Gemeinsamkeit, aus einer gemeinsamen Präsentation erwächst.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Spitzencluster hat bis zum heutigen Tag mehrere Erfolgsbedingungen, und das sind zugleich die Themen, die wir auch bei der Übertragung in andere Regionen beachten und zu Schwerpunkten entwickeln sollten. Zunächst die Kooperation auch zwischen Wettbewerbern. Man muss ja nicht immer alle Geheimnisse, Standards und Innovationen miteinander austauschen, aber es gibt genug Gelegenheiten, wo eben aus gemeinsamer Arbeit, aus gemeinsamen Projekten dann Innovationen entstehen könnten, die für alle nutzbar sind. Die Projekte aus dem Cluster zeigen, wie gut das funktionieren kann.

Zweitens. Der Austausch zwischen Industrie, Mittelstand und Hochschulen. Diese Innovationspartnerschaft hat in den letzten Jahren durch das Spitzencluster massiv an Fahrt gewonnen. Und das ist sehr gut so.

Es ist drittens auch gut, dass mit dem Spitzencluster bis Ende 2017 insgesamt 170 Transferprojekte durchgeführt werden, mit denen kleine und mittelständische Unternehmen direkt auf Innovationen aus den Forschungseinrichtungen der Region zugreifen können.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn man sich nicht nur inhaltlich anschaut, was beim Spitzencluster „it`s OWL“ passiert, sondern auch ein Stück weit darauf blickt, was hier am gemeinsamen politischen Handeln erwachsen ist, dann zeigt, so finde ich, „it`s OWL“ auch ein Stück weit, worum es wirklich geht, woran wir gemeinsam arbeiten müssen, wenn wir den Standort Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig halten wollen. Denn da geht es nicht um das Tariftreue- und Vergabegesetz, es geht nicht um die Ladenöffnungszeiten oder den Nichtraucherschutz, sondern es geht darum, Innovationen zu fördern, Netzwerkstrukturen zu unterstützen und den digitalen Wandel gemeinsam zu gestalten, und zwar mit Mut und Zuversicht, dass dabei etwas Gutes für die Menschen und für unser Land herauskommen kann.

Ich denke, das machen wir in Ostwestfalen sehr gut, das machen wir aber auch in Nordrhein-Westfalen sehr gut. Deshalb ist diese Aufgabe bei uns in sehr guten Händen. Ich freue mich darüber, dass wir einen Teil dieser großen Aufgabe hier in jedem Fall gemeinsam heute angehen können. – Herzlichen Dank dafür.

(Beifall von den GRÜNEN und der SPD)

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