Grußwort zur Einweihung des Minaretts der Haci Bayram Moschee in Löhne

Heute war ich bei der Einweihung des Minaretts der Hacı Bayram Moschee in Löhne. Dort habe ich folgendes Grußwort gehalten:

 

Sehr geehrter Herr Ucar,

sehr geehrter Gemeindevorstand,

Liebe Gemeindemitglieder,

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich möchte mich sehr herzlich für Ihre Einladung zur Einweihung des Minaretts hier auf dem Gelände Ihrer Gemeinde der Hacı Bayram Moschee bedanken – auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen der Grünen Landtagsfraktion. Ganz besonders möchte ich mich auch bedanken, an diesem wichtigen Tag hier ein kurzes Grußwort halten zu dürfen.

Mit der heutigen Minarett-Einweihung endet ein langer Weg und es beginnt ein Neuer. Dies ist ein zweifacher Grund zur Freude. Denn der beendete Weg war nicht immer einfach: Vor dem Bau dieses Minaretts stand eine teils unwürdige Diskussion über die Frage, ob ein Minarett hier in Löhne erwüscht ist. Diskutiert wurde gar, wer darüber diskutieren darf, ob ein Minarett erwünscht sei. Ich freue mich aber, heute vor dem positiven Ergebnis dieser Diskussion stehen zu dürfen. Und vor allem freue ich mich, dass für Sie nun eine Zeit beginnt, in der Ihnen und den Besuchern Ihrer Gemeinde dieses Minarett als neuer, wichtiger Ort zur Verfügung steht.

Auch in Zukunft werden wir sicherlich alle gemeinsam immer wieder Diskussionen zu den verschiedensten Aspekten von Integration und Religionsausübung führen – hier in Löhne und an vielen anderen Orten in ganz Deutschland. Diese werden und dürfen sicher auch kontrovers stattfinden. Wichtig ist dabei jedoch, dass sie sachlich bleiben und niemand angegriffen wird. Ziel einer jeden Diskussion muss es sein, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Glaubens gemeinsam ihr Leben vor Ort gestalten.

 

Meine Damen und Herren,

gerade in diesen Tagen, da sich die rassistischen Übergriffe von Rostock- Lichtenhagen zum 20. Mal jähren und wir politisch über die notwendigen Konsequenzen aus den Taten der rechtsextremistischen Terrororganisation „Nationalsozialistischer Untergrund“ diskutieren, verbietet es sich eigentlich, für kurzfristige Gewinne in der politischen Stimmung die in unserer Gesellschaft leider immer noch vorhandenen Ressentiments zu bedienen. Dennoch geschieht dies immer wieder, gerade vor dem Hintergrund der Unsicherheit, die aus der europäischen Finanzkrise resultiert. Es ist ein großes, ein historisches Glück, das wir erleben dürfen, in einem freien und friedlichen Europa leben zu dürfen. Ein Europa, zu dem im Übrigen nach meiner festen Überzeugung auch die Türkei gehört. Dieses gemeinsame Europa dürfen wir nicht aufs Spiel setzen.

Meine Damen und Herren,

den Dialog für ein Zusammenleben in Vielfalt möchten wir auch weiterhin politisch begleiten und stets als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für alle beteiligten Seiten fungieren. Das kann ich für meine Partei, und auch für die GRÜNE Landtagsfraktion zusagen.

Lassen sie uns diesen Prozess des Dialogs und der Zusammenarbeit fortsetzen und heute gemeinsam die Einweihung des Minaretts feiern! Vielen Dank!

 

Das Foto zeigt Angela Lück von der SPD und mich bei der Einweihung des Minaretts und wurde dankenswerterweise von Silke Glander-Wehmeier von den Löhner GRÜNEN gemacht.

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