#weltbewegen: Gesture Powered, Pflegix, GreenIT und GHH Fahrzeuge

 

Meinen ersten Termin hatte ich heute bei der Gesture Powered GmbH in Herne. Mein Gesprächspartner, der Geschäftsführer Mesut Yilmaz, ist für mich kein unbekanntes Gesicht. Schon beim Digital Demo Day vor zwei Wochen hatte ich die Gelegenheit, mich kurz mit ihm auszutauschen und eins seiner Produkte kennenzulernen. Aus diesem Grund war ich besonders gespannt auf den weiteren Austausch. Hinter dem Begriff „Gestengesteuertes Marketing“ steht eine ausgeklügelte Augmented Reality Technologie, mit deren Hilfe das Schaufenster zum Verkäufer wird und Kund*innen angesprochen werden sollen. Dabei ist es den Kund*innen möglich, sich über Gesten durch das Sortiment eines Geschäfts zu bewegen und Waren aus- bzw. anzuprobieren.

Mein Kommentar: „Der Einzelhandel in den nordrhein-westfälischen Innenstädten wird durch den Online-Handel unter Druck gesetzt. Wollen wir diesen stärken und eine wohnortsnahe Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sichern, müssen wir neue Wege gehen. Mit unserem Antrag zur Verknüpfung von stationärem und Online-Handel in der vergangenen Wahlperiode haben wir einen Grundstein dafür gelegt. Das magische Schaufenster geht dabei noch einen erheblichen Schritt weiter, denn es transformiert Shoppen zu einem mixed Reality Erlebnis. Wir sollten mit solchen Innovationen den stationären Handel unterstützen und sonntags einfach mal öfter zuhause bleiben.“

 

Begleitet von meiner Fraktionskollegin Verena Schäffer habe ich als nächstes die Pflegix GmbH in Witten besucht. Das Startup wurde 2016 von unseren beiden Gesprächspartnern Andreas Helget und Tim Kahrmann als Online-Marktplatz für Pflege, Betreuung und Alltagshilfe gegründet. Dahinter steckt die Idee, qualifizierte und individuelle Hilfe möglichst schnell an Familien mit hilfe- oder pflegebedürftigen Angehörigen zu vermitteln und gleichzeitig Unternehmen im Gesundheitssektor miteinander zu vernetzen. Verbunden damit ist die Überzeugung, dass Patient*innen in Zukunft nahtlos ineinander greifende Dienstleistungen erwarten. Dies kann nur über ein dicht gesponnenes Netzwerk ermöglicht werden, dessen Grundlage der Marktplatz sein soll.

Neben dem Startup Pflegix, ist Andreas Helget auch noch Leiter des Entrepreneurship Zentrum Witten. Er hat die Gelegenheit dazu genutzt, weitere Startups, die im öko-sozialen Bereich angesiedelt sind, zu dem Termin einzuladen.

Mein Statement: „Zwei wichtige Dinge nehme ich aus Witten mit: Zum einen ist Pflegix ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass die Digitalisierung auch in vermeintlich analogen Branchen Veränderungen herbeiführen wird. Umso wichtiger ist es, dass wir die Entwicklungen im Blick haben und die Rahmenbedingungen mit den Akteur*innen so gestalten, dass unterstützungs- und pflegebedürftige Menschen davon profitieren. Und genau dafür ist der Austausch mit solchen Pionieren unerlässlich.

Als zweites habe ich wiedermal die Bestätigung dafür erhalten, dass wichtige Innovationen nicht nur im Städteviereck Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf entstehen, sondern auch im südöstlichen Ruhrgebiet. Wenn wir also den Digital- und Innovationsstandort NRW in Gänze stärken wollen, dann dürfen wir nicht den Fehler begehen und unsere Anstrengungen auf einzelne Regionen fokussieren. Anstatt von einem Rheinlandvalley zu fabulieren, sollten wir das NRWalley in den Blick nehmen.“

 

Im Anschluss an diesen Termin führte mich mein Weg nach Dortmund, wo ich mich mit Thomas Lesser und Jan Schriewer von GreenIT – Das Systemhaus getroffen habe. Dieses Startup ist aus grüner Sicht besonders interessant. Als grundlegende Maxime gilt „Zeit für FAIRänderungen“. Das gilt schon für die angebotenen Dienstleistungen und Produkte. Ziel ist es, kundenspezifische IT Konzepten so zu entwickeln, dass sie ressourcen- und umweltschonende Lösungen bei minimalem CO2-Ausstoß für die Kund*innen bieten.

Hierfür sind die Mitarbeiter*innen ständig unterwegs. Deshalb achtet das Unternehmen im Rahmen einer „Green Car Policy“ auch darauf, dass die Fahrzeugflotte, den eigenen, hohen Ökostandards entsprechen.

Mein Statement: „Im Bundestagswahlkampf fand ich den grünen Slogan „Zwischen Umwelt und Wirtschaft gehört kein oder“ besonders gelungen, drückt er doch ein notwendiges Umdenken unseres ökonomischen Handelns aus. Dieses Unternehmen hat genau dies verinnerlicht. ‚Act economic. Think ecologic‘ ist auf der Homepage zu lesen. Gerade in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung ist es wichtig, die ökologische Komponente immer mitzudenken, denn wir Grüne wollen, dass sich der zunehmende Ressourcen- und Stromverbrauch in Grenzen hält. Wenn man bedenkt, dass für das Schürfen der Kryptowährung Bitcoin jetzt schon Energie in der Größenordnung vom Jahresverbrauch von Dänemark benötigt wird, ist eine solche Einstellung zwingend notwendig.“

 

Zum Abschluss des Tages war ich zu Gast bei der Firma GHH Fahrzeuge GmbH in Gelsenkirchen. Zunächst stand ein interessantes Gespräch mit dem Geschäftsführer Jan Petzold auf der Agenda, in dem er mir die Fertigungsprozesse unter dem Einsatz von digitalen Werkzeugen erklärte. Fahrzeuge, wie gigantische Fahrlader, Untertage-Muldenkipper, sogenannte Berauberfahrzeuge und anderes schweres Gerät werden hier mittels CAD Programmen kundenspezifisch geplant und entwickelt. Im zweiten Teil des Termins führte mich der Werkstattleiter Herr Seidel durch die riesigen Montagehallen von GHH, in denen die am PC entwickelten Fahrzeuge montiert werden.

Mein Statement: „ Es immer wieder spannend zu sehen, wie sich mittelständische Traditionsunternehmen im technischen Wandel immer wieder neu erfinden. Die GHH GmbH hat dabei verstanden, dass wirtschaftlicher Erfolg und Effizienz nicht im Widerspruch zu Umweltfreundlichkeit und globaler Mitverantwortung stehen. Im Gegenteil: Diese Faktoren garantieren zusammen mit gestiegenen Sicherheitsanforderungen zunehmend die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Sie haben dabei die Vorteile der Digitalisierung erkannt: Durch die immer vernetztere Welt ist es einfacher geworden, Fahrzeuge den regionalen Anforderungen entsprechend zu entwickeln und auch in kleiner Stückzahl wirtschaftlich zu bauen.“

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1 Kommentar

  1. Pflegix_Fan123

    Hast wohl deine beiden „Geschäftspartner“ Andreas Helget und Tim Kahrmann verwechselt. Nicht Andreas sondern Tim ist Leiter der EZW’s.

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