5 Tipps, wie wir uns vor Datenklau schützen können und sicher surfen

Der Safer Internet Day findet jedes Jahr am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats statt. Er geht auf die Initiative der Europäischen Union und INSAFE (Internet Safety for Europe) zurück. Wir nehmen den Safer Internet Day zum Anlass, euch einige Tipps für mehr Sicherheit im Netz mit auf den Weg zu geben.

1. Vertraulich und anonym kommunizieren
Für uns GRÜNE ist klar: Die anonyme und sichere Kommunikation ist eine Grundbedingung des freien Internets. Diese Freiheit zu schützen, ist wahrscheinlich die wichtigste Lehre aus dem NSA-Skandal.

E-Mails sind im Prinzip nicht sicherer als Postkarten. Die Inhalte von Mails lassen sich jedoch relativ einfach verschlüsseln. Die beiden am meisten verwendeten Computerprogramme für asymmetrische Verschlüsselung sind Pretty Good Privacy (PGP) und GNU Privacy Guard (GnuPG). Die Benutzung dieser Programme ist der beste Weg, E-Mails und ihren Inhalt sicherzustellen. Detaillierte Anleitungen findet Ihr hier.

Die wohl einfachste Möglichkeit Webseiten zu zwingen eine sichere Verbindung aufzubauen ist das Hinzufügen eines einfachen „s“ nach „http“. „https“ sorgt für eine verschlüsselte Übermittlung der Daten. 

Um mit verhältnismäßig einfachen Mitteln weitgehend anonym zu surfen,muss man zunächst seine digitale Herkunft verschleiern. Dazu bietet es sich an, einen VPN-Dienst (Virtual Private Network) nutzen. Dabei wird neben der Internetverbindung mit dem Internetanbieter eine weitere direkte Verbindung zu einem anderen Server aufgebaut, über den dann jeglicher Datenverkehr geleitet wird. Es gibt kostenlose Angebote von einigen Universitäten und andere teils nur zeitweise verfügbare VPN-Server. Aber: Der Schutz ist nur begrenzt, da der VPN-Server selbst oftmals alle Daten von Dir hat, sofern er diese speichert. Außerdem ist die Internetverbindung deutlich langsamer.

Eine der bekanntesten Möglichkeiten für ein anonymes Surfen ist das TOR Netzwerk. Es kann für die meisten im Internet verwendeten Dienste angewandt werden. Dazu werden alle Anfragen verschlüsselt über eine Vielzahl von Servern geleitet. Aber auch diese Methode hat ihre Nachteile: Einerseits ist auch sie langsam, andererseits kann durch eine Überwachung der Endpunkte des Netzwerkes auf eine Nutzung des Internets zurückgeschlossen werden. Je mehr Menschen jedoch eine solche Technologie verwenden, desto aufwändiger wäre eine solche Überwachung. Hier geht’s zum Download von TOR.

2. Besser suchen und mailen
Viele NutzerInnen vertrauen ihre Daten nur einem einzigen Anbieter an. Damit leisten sie einerseits der Monopolbildung großer Anbieter wie Google Vorschub, vernachlässigen aber auch den Schutz ihrer Privatsphäre.

Googles Geschäftsmodell basiert auf der Auswertung von Nutzerdaten, um daraus Nutzerprofile für zugeschnittene Werbung zu erstellen. Wer sich nicht auslesen lassen möchte, kann folgende datenschutzfreundliche Suchmaschinen nutzen: www.ixquick.com , www.DuckDuckGo.com , www.metager.de , www.yandex.de , www.tineye.com

Überhaupt ist es sinnvoll, die täglichen Aktivitäten wie Suchen oder Mailen nicht nur über einen einzigen Anbieter abzuwickeln. Ein sicherer Anbieter ist beispielsweise posteo.de. Posteo ist nicht nur relativ sicher, sondern arbeitet zudem auch „grün“ und nutzt etwa Ökostrom-Server und Geschäftsverkehr über ethisch vertretbare Banken.

Auch für Kartendienste gibt es eine prima Alternative zu Google Maps: Open Street Map. Dieses freie Projekt bietet alle Vorteile der kommerziellen Kartendienste, ist aber ein freies und von engagierten Bürgerinnen und Bürgern getragenes Projekt.

3. Du sollst nicht wissen, was ich will
Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum die hübschen Schuhe und die spannenden Bücher, die Ihr Euch neulich beim Shop Eures Vertrauens angeschaut habt, jetzt auch auf der Nachrichten-Seite in den Werbeanzeigen auftauchen?

Dagegen helfen anonymes Surfen, die Deaktivierung von Cookies und das Blocken von Werbung. Cookies sind kleine Dateien, die auf zahlreichen Internetseiten vorkommen und Nutzerverhalten aufzeichnen – das ist etwa positiv, wenn man die gleiche Eingabe nicht mehrfach machen muss, kann aber auch zu umfassender Profilbildung führen. Cookies kann man entweder komplett deaktivieren (das kann unter Umständen zu weniger Komfort führen), oder zumindest löschen. Beides lässt sich in den Datenschutz-Einstellungen des Browsers vornehmen (z.B. im Firefox unter „Extras“ – „Einstellungen“ – „Datenschutz“).

Werbung stört nicht nur, sondern kann teilweise auch zum Ausspionieren der NutzerInnen genutzt werden. Insofern lohnt es sich, allzu aufdringliche und nervige Werbung mit einem sogenannten „Adblocker“  zu blockieren. Werbeelemente werden mit Hilfe des Programms versteckt oder gar nicht erst heruntergeladen. Hier geht’s zu Adblock Plus.

4. Schutz vor Phishing und Abo-Fallen
Über Phishing (also gefälschte Internet-Seiten, E-Mails etc.) versuchen BetrügerInnen an die Daten der NutzerInnen zu kommen. Mit diesen versuchen die Phishing-BetreiberInnen Konten zu plündern und den NutzerInnen zu schaden. Der wichtigste Schutz ist es, Phishing-Mails rechtzeitig zu erkennen. Tipps zu diesem Thema hat z.B. die Verbraucherzentrale.

Bei einer sogenannten Abo-Falle werden VerbraucherInnen mithilfe undurchsichtiger Preise oder vermeintlich kostenfreier Angebote dazu gebracht, unbeabsichtigt ein kostenpflichtiges Abonnement einzugehen. Abo-Fallen finden sich heute meistens in den Apps für Tablets und Smartphones. Über Werbebanner in beliebten Abwendungen werden Beträge in der Höhe von drei bis sechzig Euro auf der nächsten Mobilfunkrechnung unter „anderer Anbieter“ abgerechnet. Deshalb sollte ein Klicken auf die Werbebanner möglichst vermieden werden. Sollte man dennoch in eine Abo-Falle getappt sein, sollte man sich zügig an die örtliche Beratungsstelle der Verbraucherzentrale wenden.

5. Sicher unterwegs – auch auf dem Smartphone
Das Smartphone ist alltäglicher Begleiter, der uns regelmäßig online hält. Auch unterwegs sollte man aber für die eigene Datensicherheit sorgen.

Messenger-Dienste wie Whatsapp erstellen detaillierte Nutzerprofile, um zum Beispiel Tagesabläufe der NutzerInnen auszuspähen. Allerdings können Whatsapp-Nachrichten inzwischen auch verschlüsselt werden. Wem Whatsapp allerdings immer noch zu unsicher ist, kann Dienste wie Jabber (XMPP) nutzen. Android-NutzerInnen können die App Chatsecure nutzen und mit Textsecure ihre SMS verschlüsseln. Weitere Alternativen zu Whatsapp sind Threema, Surespot, Telegram, Kontalk.

Wer vermeintlich kostenlose Apps im App-Store runterlädt, bezahlt zwar nicht mit Geld, aber dennoch mit Daten. Letzteres häufig nicht zu knapp. Viele Dienste wollen uneingeschränkte Rechte an Bildern, Kontakten, Nachrichten und Fotos haben. Durch diese erschlichenen Informationen können die Anbieter dann Nutzer-Profile erstellen und gezielt Werbung in die Dienste streuen, damit der/die NutzerIn weiter Dienste oder Artikel kauft. Am Smartphone oder Tablet kann über den Menüpunkt „Einstellungen“ auch der Datenschutz des Gerätes erhöht werden. Bei Apple-Geräten funktioniert dies unter dem Menüpunkt „Datenschutz“. Dort können sie bis zu einem bestimmten Grad festlegen, wer sich bei Standortdaten, Fotos und weiteren Daten bedienen darf. Bei Android-Geräten gibt’s bei dem Anwendungsmanager nur die Information, auf welche Daten und Funktionen zugegriffen wird. Manuelles Einstellen ist hier nicht möglich.

Natürlich ist es auch auf dem Smartphone möglich, seine Mails zu verschlüsseln. Dafür gibt es beim Bielefelder Verein digitalcourage eine Anleitung.

Viele weitere Vorschläge und Links zum Weiterlesen findet Ihr in unserer Broschüre  Datenschutz im Internet.

Beitragsbild: Gerd Altmann/pixelio.de

 

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