Gamescom 2016

Fünf Tage lang wird Köln wieder zur Hauptstadt der Gamerinnen und Gamer – bis Sonntag präsentiert sich auf der Gamescom die Computerspielbranche. Erwartet werden rund 500.000 Besucher, die auf der Messe die neusten Computer- und Videospiele testen können. Für das Fraktionsblog habe ich einige Fragen beantwortet. Die Bilder stammen von meinem Besuch der Gamescom gemeinsam mit der GRÜNEN JUGEND NRW am 18. August

1. Für Dich gehört der Besuch auf der Gamescom zu jedem Sommer dazu. Was erwartest Du dieses Jahr?

Matthi Bolte: Die Gamescom ist etwas ganz Besonderes. Sie ist einerseits das weltgrößte Event für interaktive Computer- und Videospiele. Sie ist aber auch ein Erlebnis, bei dem man plötzlich mittendrin ist in einer vielfältigen Kultur, die den Rest des Jahres leider nicht immer die Beachtung findet, die ihr eigentlich zusteht. Denn wenn über Games diskutiert wird, dann meist – das hat sich ja gerade erst kürzlich wieder gezeigt – weil Menschen, die vermutlich nie etwas anderes als Pacman gespielt haben,  „Killerspiel“-Debatten lostreten. Dass NRW ein wichtiger Wirtschaftsstandort für die Games-Branche ist, der Umsatz mit Spielen für Computer, Konsolen und Smartphones im ersten Halbjahr 2015 auf 534 Millionen Euro stieg – davon haben diese Kolleg*innen von CDU und Co. keine Ahnung. Games sind ein Entwicklungsfaktor für die gesamte IT-Wirtschaft.

2. Seit Wochen spricht ganz Deutschland über Pokémon Go-Spieler*innen, die sich in Innenstädten und an öffentlichen Plätzen versammeln. Ist Augmented Reality, also das Verschmelzen von digitalen Informationen mit der realen Umwelt, nur ein netter Freizeitspaß?

Matthi Bolte: Augmented Reality und Mobile Gaming sind dieses Jahr die Trends der Gamescom. Der Hype, den Pokémon Go losgetreten hat, ist sehr spannend. Denn er ist ein Beispiel dafür, wie sehr digitale Innovationen auch durch Gaming befeuert werden. Wir werden in den nächsten Jahren in zahllosen Bereichen den Einsatz von Augmented Reality erleben, etwa in der Produktion in Industriebetrieben. Denn die Technologie kann gerade in diesem Bereich Arbeit erleichtern z.B. beim Warten komplexer Maschinen: Hier können Techniker*innen mit Hilfe einer Augmented-Realtiy-Anwendung über Smartphone oder Tablet unterstützt werden. Technische Basis dieser Entwicklung sind Virtual und Augmented Reality aus dem Gaming.

Für die Gamerinnen und Gamer, aber auch alle, die sich informieren wollen kommt es auch unterwegs auf gute Rahmenbedingungen an. Wir unterstützen in NRW zum Beispiel Freifunk und den Ausbau von öffentlichem WLAN mit mehreren Hunderttausend Euro jährlich. Dadurch schaffen wir Teilhabe an digitalen Trends unabhängig vom Geldbeutel.

3. Gaming ist nicht nur Teil einer Jugendkultur, sondern breit in der Gesellschaft verankert. Was tut die Politik, insbesondere in NRW, um diesem Trend gerecht zu werden?

Matthi Bolte: NRW ist ein wichtiger Standort der Games-Branche, auch weil wir eine gute Förderpolitik machen. In diesem Jahr fördern wir die Branche noch einmal zusätzlich mit 250.000 Euro aus Mitteln des Medienministeriums. In den vergangenen Jahren haben Games auch in der Förderpraxis der Film- und Medienstiftung einen wichtigen Stellenwert eingenommen. Entwicklerinnen und Entwickler, insbesondere aus dem Games-, Web- und Mobile-Bereich, sollen damit bessere Möglichkeiten bekommen, ihre Ideen auszuarbeiten. Innovative Start-ups unterstützen wir außerdem mit Förderkrediten und Beratungen der NRW.Bank. Das zeigt: Games sind in NRW politisch schon längst anerkannt. Wir GRÜNE werden auch weiter dafür streiten, dass sie auch gesellschaftlich stärker anerkannt werden.

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